GESCHICHTE ...AUF ...POSTKARTEN ..... - ..... GESCHICHTE ...AUF ...A4
Die Drahtbrücke wurde 1870 eröffnet, in der Unterneustadt, im Blücherviertel wohnten nämlich
z. B. zahlreiche Beamte, die bereit waren, die Nutzung zu bezahlen.
Zuvor führten Stege über die Fulda, die im Winter aber wieder abgebaut werden mussten.
Vor der Drahtbrücke zieht sich die Sinningsche Badeanstalt am Ufer entlang. Es ist eine Doppelanlage, zwei Badeflöße, für Frauen und Männer getrennt. Daneben ist das Sinningsche Wannen- und Brausebad zu erkennen. Ein Foto (Stadtmuseum) belegt, das die Einrichtung bereits 1880 bestand.
Anhand dieser Postkarte, 1899 gelaufen, ist gut nachzuvollziehen, warum die Lithografien so beliebt waren.

Die Kollage lässt der Künstlerin, dem Künstler viel Gestaltungsfreiheit. Vier Ansichten sind einmontiert:
Rechts oben die Kriegsschule, daneben die Elisabethkirche, heute steht dort das Theater.
Mit der Bezeichnung Justizgebäude ist das Regierungspräsidium gemeint, das 1882 bezogen wurde. Es war der Sitz des Regierungspräsidenten und der Justiz der preußischen Provinz Hessen-Nassau. Heute steht hier das Regierungspräsidium für den Regierungsbezirk Kassel.
Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal stand am Wilhelmshöher Platz, heute Brüder-Grimm-Platz. Es erinnert an die Gründung des deutschen Reiches 1871. Nach 1945 wurde es in den Fürstengarten verlegt, südlich der Muhrhardschen Bibliothek

Die Angabe "Fulda mit der Drahtbrücke" erklärt sich selbst. Aber zugleich nur teilweise, denn interessant an der Postkarte sind das Ruderboot und die Bauten auf dem Wasser, zu erreichen vom rechten Ufer aus.
Die Postkarte ist, am Zustellstempel zu erkennen, im Mai 1899 gelaufen. Die Badeeinrichtungen am Fluss sind älter. Es begann mit einem Badeboot, für das Jean Baptiste Collet 1844 eine landgräfliche Konzessiion übernahm. Es lag am rechten Fuldaufer, zwischen Drahtbrücke und heutigem Auebad. August Gerhard übernahm 1892 und baute die Anlage aus. Die Gäste mussten mit einem Kahn übergesetzt werden, später führte eine Holzbrücke hinüber. Im Winter wurde der Badebetrieb eingestellt, alles musste abgebaut werden. Badeschiffe lagen auch am linken Ufer, die Wiederholdsche Anstalt, von Jean Gossmann betrieben und das Sohlsche Badeschiff. Beste Informationen zum Badebetrieb in: Vera Bachmann, Kasseler Badelust,Kassel 1995 (Begleitbuch zur Ausstellung im Stadtmuseum).